Weizenbaum Institute for the Networked Society

Weizenbaum-Institut launcht Open-Access-Fachzeitschrift

Weizenbaum Institute for the Networked Society

Neues Weizenbaum Journal widmet sich der interdisziplinären Digitalisierungsforschung und schließt damit Lücke in der Publikationslandschaft. Das neue, interdisziplinäre Feld der Digitalisierungsforschung – das Spektrum reicht von der Rechtswissenschaft über sozialwissenschaftliche Fächer wie Soziologie, Politik- und Kommunikationswissenschaft sowie Psychologie bis hin zur Informatik und Designforschung – hat eine neue Fachzeitschrift: Das Weizenbaum Journal of the Digital Society (WJDS). Herausgegeben vom Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft bietet das Open-Access-Journal nationalen wie auch internationalen Wissenschaftler:innen ein Forum für Beiträge zur interdisziplinären Forschung über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft. Die erste Ausgabe mit insgesamt vier Beiträgen ist am 11. November 2021 online gegangen.

Die Digitalisierung der Gesellschaft hat viele Facetten: Sie umfasst unter anderem Veränderungen der Arbeitswelt, neue Formen des Lernens, den Strukturwandel der Öffentlichkeit und seine Konsequenzen für Demokratien sowie Herausforderungen für das Rechtssystem. Angesichts dieser vielfältigen Entwicklungen, die oft mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen einhergehen, versammelt das WJDS interdisziplinäre Forschungsbeiträge zu Fragen der Gestaltung der Digitalisierung und des selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Umgangs mit digitalen Technologien. Indem es verschiedene Disziplinen zusammenführt und ein möglichst breites Spektrum an Erkenntnissen abbildet, schließt das Journal eine bisher bestehende Lücke in der internationalen Publikationslandschaft zur Digitalisierungsforschung.

„Existierende Zeitschriften mit verwandtem Themencharakter haben einen engeren disziplinären Fokus und bieten Open Access zumeist nur mit Publikationsgebühr an“, so Prof. Dr. Martin Emmer, Mitglied des Herausgebergremiums. „Forschung an der Schnittstelle mehrerer Disziplinen trägt zu einem tieferen Verständnis über die Prozesse der Digitalisierung und ihre gesellschaftlichen Folgen bei. Deshalb möchten wir in unserem Journal sowohl Ergebnisse interdisziplinärer Projekte präsentieren als auch die programmatische Diskussion über Interdisziplinarität vorantreiben.“

Die erste Ausgabe umfasst Beiträge zu aktuellen und gesellschaftlich relevanten Debatten der Digitalisierungsforschung, in denen wissenschaftliche Disziplinen und Methoden auf innovative Weise miteinander verknüpft werden. Eugenia Mitchelstein, Camila Giuliano und Pablo Boczkowski greifen auf Methoden der Kommunikations- und Politikwissenschaft zurück, um Unterschiede in der politischen Meinungsäußerung in sozialen Medien aufzudecken. Der Beitrag von Eva Kocher verbindet juristische und soziologische Ansätze und nutzt die Organisationsforschung, um die Regulierung von Plattformarbeit weiterzuentwickeln. Sandra Fredman, Darcy du Toit, Mark Graham, Aradhana Cherupara Vadekkethil, Gautam Bhatia und Alessio Bertolini greifen auf rechtliche und sozialwissenschaftliche Perspektiven zurück und schlagen einen internationalen Regulierungsrahmen für Plattformarbeit vor. Inspiriert von der Kommunikations- und Sozialforschung entwickeln Thomas Friemel, Tobias Frey und Alexander Seifert in ihrem Beitrag ein Mehrebenenmodell der digitalen Ungleichheit, um die Internetnutzung von älteren Erwachsenen zu erklären.

Das WJDS erscheint mehrmals jährlich in englischer Sprache. Die Beiträge unterlaufen ein Peer-Review-Verfahren und werden Open Access unter der Lizenz CC BY 4.0 veröffentlicht. Neben Prof. Dr. Martin Emmer sind die Weizenbaum-Wissenschaftler:innen Prof. Dr. Hanna Krasnova, Prof. Dr. Martin Krzywdzinski, Prof. Dr. Axel Metzger, Dr. Sonja Schimmler und Dr. Lena Ulbricht Teil des Herausgebergremiums.

Informationen zum WJDS und zum Einreichungsverfahren sind verfügbar unter: https://journal.weizenbaum-institut.de

Die erste Ausgabe des WJDS ist verfügbar unter: https://ojs.weizenbaum-institut.de/index.php/wjds/issue/view/1_1

ÜBER DAS WEIZENBAUM-INSTITUT

Das Verbundprojekt Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft – Das Deutsche Internet-Institut wird seit September 2017 von einem Forschungskonsortium aus Berlin und Brandenburg getragen. Diesem gehören an: die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Universität der Künste Berlin, die Technische Universität Berlin, die Universität Potsdam, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Aufgabe des Weizenbaum-Instituts ist es, die ethischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte von Internet und Digitalisierung zu erforschen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt hierfür in den ersten fünf Jahren Fördergelder in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere Informationen unter: www.weizenbaum-institut.de 

PRESS CONTACT

Filip Stiglmayer: filip.stiglmayer@weizenbaum-institut.de